
ANTIMILITARISMUS
Mit dem NATO-Überfall auf Jugoslawien 1999 ging erstmals seit 1945 wieder Krieg von deutschem Boden aus. Seitdem ließ ausgerechnet eine rot-grüne Bundesregierung u.a. auf dem Balkan und in Afghanistan keine Gelegnheit verstreichen, um Krieg als Mittel deutscher Außenpolitik zu etablieren. Alle Kriegslügen und moralischen Anklagen gegen sog. "Schurkenstaaten" können dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass deutsche Militärs einzig und allein zur "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt" eingesetzt werden, wie es in den 1992 erlassenen Verteidigungspolitischen Richtlinien heißt und sich auch in der offiziellen NATO-Strategie wiederfindet. Wir wissen: Kriege werden nicht in unserem Interesse geführt. Profiteure imperialistischer Kriege sind in erster Linie international agierende Konzerne und im speziellen Rüstungskonzerne wie die EADS – also diejenigen die für Arbeitslosigkeit, Lohnein-bußen und Lehrstellenmangel in der BRD verantwortlich sind. Wir fordern:
> Raus aus der NATO - EU-Armee und Bundeswehr auflösen!
> Stopp aller Rüstungsprojekte - Einsatz der freiwerdenden Mittel im Bildungs- und Sozialbereich!
> Die Militarisierung der Gesellschaft stoppen - Bundeswehr raus aus Schulen, Arbeitsämtern und Zivilleben!
AUSBILDUNG
Jedes Jahr versprechen Unternehmen und Bundesregierung mehr Ausbildungsplätze. Fakt aber ist, dass vor allem Großkonzerne sich immer mehr der Verantwortung entziehen auszubilden, so dass mittlerweile insgesamt 150.000 Lehrstellen fehlen. Neben folgelosen Appellen an die Wirtschaft drängt die Bundesregierung im Rahmen des sog. "JUMP"-Programms junge Arbeitslose in überbetriebliche Beschäftigungsprogramme – wer sich weigert, verliert jegliche finanzielle Unterstützung. Statt junge Arbeitslose setzen wir die Unternehmen unter Druck und fordern in unserem Lehrstellengesetz u.a.:
> Ausbildung und Übernahme für alle! Jeder Betrieb muss 10% der Arbeitsplätze als Ausbildungsstellen zur Verfügung stellen!
> Wer nicht ausbildet, muss in einen Ausbildungsfond zahlen - wer nicht zahlt, wird enteignet!
> Keine Diskriminierung von Frauen, AusländerInnen und Behinderten bei der Vergabe von Ausbildungsstellen!
> Anhebung der Ausbildungsvergütung, so dass ein eigenständiges Leben möglich ist!
BILDUNG
Was SchülerInnen durch Unterrichtsausfall, überfüllte Klassen und veraltetes Schulmaterial schon lange wissen, wurde durch die PISA-Studie amtlich bestätigt: Das Bildungsystem der BRD ist am Ende. Und nicht nur das: In keiner anderen Industrienation werden Kinder aus sozial schwachen Familien deart benachteiligt wie im deutschen Schulwesen. Doch anstatt allen Jugendlichen einen gleichberechtigten Bildungszugang zu sichern, wird die soziale Selektion durch erhöhten Leistungsdruck oder Kaputtsparen der Integrierten Gesamtschulen (IGS) vorangetrieben. Eingebunden in diese Strategie ist die sog. "Schulautonomie", die es den Schulen selbst überlässt, wie sie mit ihrem (gekürzten) Finanzbudget auskommen. Die Folge: Die Schulen liefern sich direkt Sponsoren aus der Wirtschaft aus. Die Früchte dieser Bildungspolitik: Wenige Gymnasien werden durch Förderungen aus der Wirtschaft zu Eliteschulen ausgebaut, während Real-, Haupt- und Sonderschulen immer mehr zu bloßen Verwahrungsanstalten verkommen. Solidarisches Lernen und eine kritische Auseinandersetzung mit Lehrinhalten haben hier keinen Platz. Diesem Trend stellen wir uns entgegen und fordern:
> Qualifizierte Bildung für alle - Elitebildung und Schoolsponsering stoppen!
> Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystem - Einführung der IGS als Regelschule!
> Umfassende Mitbestimmung der SchülerInnen - Weg mit dem politischen Maulkorb für Schülervertretungen!
ANTIFASCHISMUS
In den letzten zehn Jahren ermordeten Neofaschisten mehr als 100 Menschen, verübten Anschläge auf jüdische Friedhöfe und antifaschistische Gedenkstätten. Sie riefen ganze Regionen zu "National befreiten Zonen" aus und sitzen in Kommunal- und Länderparlamenten. Mit ihrer rassistischen Hetze verhindern neofaschistische Parteien wie die NPD ein gemeinsames Handeln deutscher und ausländischer KollegInnen. Gleichzeitig wettern sie gegen Gewerkschaften und lehnen Flächentarifverträge ab. Der Nährboden auf dem diese menschenverachtende Politik gedeiht ist die rassistische Abschiebepolitik der Bundesregierung, sind die Debatten um den "Standort Deutschland" und der Ruf nach dem "starken Staat". Für uns ist klar: Im Kampf für unsere Rechte stehen uns die ausländischen KollegInnen näher als jeder deutsche Konzernboss. Wir fordern:
> Verbot und Zerschlagung aller faschistischen Strukturen!
> Offene Grenzen und Bleiberecht für alle!
> Gleiche Rechte für alle hier lebenden Menschen!
ZUKUNFTSPAPIER
Uns wird gesagt: Der Kapitalismus sei der Höhepunkt menschlicher Entwicklung. Wir aber meinen: Der Kapitalismus in seiner imperialistischen Phase ist eine Sackgasse für die ganze Menschheit. So wie es ist, darf es nicht bleiben. Wer aber die bestehenden Verhältnisse verändern will, muss sie erkennen. Mit unserem Zukunftspapier wollen wir einen Beitrag dazu leisten. Im Zukunftspapier stellen wir unsere Einschätzungen, Forderungen und Ideen von einer Gesellschaft der Zukunft – einer sozialistischen Gesellschaft – zur Diskussion. Kernstück des Zukunftspapiers bilden die Grundforderungen für die Rechte Jugendlicher, die zum Ziel haben, allen Jugendlichen ein menschenwürdiges Leben und den gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeit zu sichern. Bei der Erarbeitung des Zukunftspapiers haben wir uns der Werkzeuge des Marxismus bedient. Der Marxismus ist für uns dabei keine Religion, sondern ein System von Erkenntnissen, dass an der gesellschaftlichen Realität geprüft und weiterentwickelt werden muss. Somit stellen wir auch das Zukunftspapier zur Diskussion - und auch Deine Meinung ist gefragt.
INTERNATIONALISMUS
Wir verstehen uns als Teil der weltweiten demokratischen, antiimperialistischen und sozialistischen Jugendbewegung. Wir treten für Verstärkung der Zusammenarbeit der weltweiten fortschrittlichen Kräfte gegen alle Formen von national oder regional überheblicher Politik ein. Deshalb sind wir Mitglied im Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ), dem größten internationalen Zusammenschluß antiimperialistischer Jugendorganisationen. Der WBDJ ist seit 1947 Ausrichter der Weltfestspiele (WFS) der Jugend und Studenten. Die SDAJ beteiligt sich seit ihrer Gründung aktiv an den WFS – zuletzt 1997 auf Cuba und 2001 in Algerien. Eine besondere Rolle spielt für uns dass sozialistische Cuba, das ein lebendes Beispiel für eine Alternative zum kapitalistischen Ausbeutersystem ist. Cuba ist ein Entwicklungsland in dem die Menschen nicht hungern und das im Gegensatz zur BRD medizinische Versorgung und Bildung kostenlos anbietet. Das cubanische Volk hat durch seine Revolution enormes erreicht und hält trotz der US-Wirtschaftsblockade an seiner selbstständigen Entwicklung fest.
Was ist die SDAJ?
Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend ist eine bundesweite Organisation von Jugendlichen, die sich nicht mit den Zuständen in Schulen, Betrieben, in dieser Republik und der „Neuen Weltordnung" abfinden. Wir setzen uns ein...
...für das Recht auf Ausbildung und Arbeit für alle. Jugendarbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel akzeptieren wir nicht, und Lehrgeld zahlen zu müssen schon mal gar nicht! Vor allem die Konzerne müssen ausbilden, und sie müssen dazu gezwungen werden.
...für das Recht auf Bildung für alle. Das gegliederte Schulsystem muss weg. Privatisierungen und Schul-Sponsoring lehnen wir ab. Wir wollen eine Schule, die allen eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.
...gegen Rassismus und Faschismus. Wir lassen uns nicht in Menschen erster und zweiter Klasse spalten, weder durch rassistische Gesetze noch durch Naziterror.
...für dauerhaften Frieden. Wir lehnen nicht nur einen einzelnen Krieg ab, sondern die imperialistische Kriegspolitik als ganzes. Deshalb kämpfen wir gegen die laufenden Waffenprogramme und gegen Kriegseinsätze in aller Welt. Wir wollen weder die Beibehaltung der Wehrpflicht, noch eine Berufsarmee mit professionellen Mordmaschinen. Wir haben erkannt, dass wir für unsere Interessen selbst kämpfen müssen. Alle unsere Forderungen richten sich gegen die Herrschenden in dieser Gesellschaft, gegen die Kapitalisten. Verwirklichen können wir sie nur in einer Gesellschaft ohne Kapitalisten - im Sozialismus. Und dahin kommen wir nur, wenn wir heute schon mit unseren Forderungen Ernst machen. Unser Kampf macht dabei an den Staatsgrenzen nicht Halt. Die SDAJ ist Mitglied im Weltbund der Demokratischen Jugend (WBDJ), dem größten weltweiten antiimperialistischen Zusammenschluss von Jugendlichen. Alleine erreichen wir nichts. Wenn wir uns aber zusammenschließen, können wir alles erreichen. Dazu brauchen wir auch dich - mach mit in der SDAJ!
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