Schülerdemo für Ausbildungsplätze in Nürnberg

Hunderte von Hauptschülern trafen sich am Montagvormittag (während der Schulzeit!), den 9.7.2007 am Jugendhaus Luise um gegen die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zu demonstrieren. Anlässlich der Ausbildungskonferenz der Bayerischen Staatsregierung gestern in Nürnberg hatten DGB-Jugend und GEW zu dieser Aktion aufgerufen. Die SDAJ Nürnberg beteiligte sich und legte ihre Positionen und Forderungen dar. Der laute und kraftvolle Demozug zog vor die Bundesanstalt für Arbeit in der die Ausbildungskonferenz tagte.
Vor der Bundesagentur für Arbeit wiesen Redner der DGB-Jugen auf die bedenkliche Lage auf dem Ausbildungsmarkt hin: In Nürnberg seien von 6982 Bewerbern gerade mal 2689 versorgt. Wobei «versorgt» nicht zwangsläufig bedeute, dass die jungen Menschen auch einen Ausbildungsplatz hätten.
Dem Ausbildungspakt konnte niemand eine positive Eigenschaft attestieren: Er wurde als Freibrief für Ausbildungsabbau bezeichnet. Es wurde festgestellt das 57 Prozent der Bewerber in Nürnberg „Altbewerber»“ die länger als ein Jahr einen Ausbildungsplatz suchten sind. Warme Worte und Schöngerede würden den jungen Menschen nichts nützen, es müssten Taten folgen.
Eine meterlange Wäscheleine mit den Berufswünschen der Teilnehmer verlieh den Forderungen Nachdruck: Eine Umlagenfinanzierung gemäß dem Motto „Wer nicht ausbildet, muss zahlen“ soll eingeführt, Berufsfachschulen ausgebaut und ein Grundrecht auf Ausbildung in der Verfassung verankert werden.
Die SDAJ forderte auf der Demonstration für alle Jugendlichen eine Ausbildung im Dualen Ausbildungssystem d.h. Ausbildung mit angemessener Vergütung. Wer nicht Ausbildet soll zahlen, aber so viel das sich das nicht- ausbilden nicht mehr rechnet und ein „freikaufen“ unmöglich wird. Weiterhin wurden die Verursacher der Ausbildungsplatzmisere, das deutsche Großkapital klar benannt und die Verfügungsgewalt über Produktionsmittel durch alle und nicht nur die kleine Kapitalistenklasse gefordert.

© 2009 by SDAJ-Bayern