Der Stadtrat Hans Patzelt machte den Bildungsstreik zum Thema im nürnberger Stadtrat. Hier eine Dokumentation seiner Rede:

 "Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

werte Kolleginnen und Kollegen,

wir, der Nürnberger Stadtrat, haben heute die Geschäftsordnung für den Bildungsbeirat zu beschließen. Wie man aus der Vorlage ersehen kann, ist der Bildungsbeirat breit aufgestellt, aber

wo bleiben die eigentlich Betroffenen, die SchülerInnen und StudentInnen.

Nach der Vorlage hat der Bildungsbeirat hehre Ziele, z. B. ich zitiere;

„ … einen möglichst breiten bildungspolitischen Diskurs zu führen…“

und

„ … die Bildungssituation in Nürnberg im Vergleich mit anderen deutschen und europäischen Städten dargestellt werden … „

Vergangene Woche waren beim Bildungsstreik in der Bundesrepublik in 80 Städten 230.000  junge Menschen auf der Straße, HauptschülerInnen, RealschülerInnen, GymnasiastInnen, Auszubildende, aber auch Lehrer und Ki-Ta-Beschäftigte. Phantasievoll und mit bewundernswertem Engagement.

Es ging ihnen zusammengefasst um Demokratisierung der Bildung und um Chancengerechtigkeit. In Nürnberg waren 4.000 unterwegs. Mit der ganzen inhaltlichen Palette wie

Als Konsequenz der unhaltbaren Bildungszustände wollen die SchülerInnen und StudentInnen mehr mitbestimmen und ich meine, das gilt dann aber auch für den Bildungsbeirat, mit dem wir heute befasst sind.

Auf einem Plakat beim Bildungsstreik stand: „Geist ist geil“.

Wir hätten sie, die jungen Leute vom Bündnis Bildungsstreik, in der heutigen Stadtratssitzung zu Wort kommen lassen sollen.

 

Wir sollten sie an dem Bildungsbeirat beteiligen, sie aber zum mindesten hören! Sie sind auf der Höhe der Zeit, was Bildung betrifft! Eine Bereicherung für den Bildungsbeirat!

Gestatten Sie mir noch einige Bemerkungen zu dem eindrucksvollen Bildungsstreik in Nürnberg. Ich alter Dackel bin mitmarschiert.

Schon vor dem Streik gab es ja Druck. Sanktionen und Verweise wurden angedroht. Die USK, martialisch ausgerüstet, war fehl am Platz. Junge Schüler wurden unsanft behandelt, auch mit Pfefferspray. Die vorübergehenden Festnahmen wegen Malerei mit Straßenkreiden auf den Demonstrationswegen waren unangemessen.

Ein paar grüne Verkehrspolizisten hätten völlig ausgereicht!

Grundsätzlich möchte ich sagen, dass es großartig war, wenn so viele junge Menschen sich für ihre Interessen und ihre Zukunft einsetzen.

Belobigungen für dieses Engagement wäre angebracht, nicht Verweise!

Herr Oberbürgermeister, mir ist bekannt, dass der Nürnberger Elternverband Sie angeschrieben hat mit der Aufforderung, dass die Verweise in der Schublade bleiben. Können Sie dazu etwas sagen?

Noch mal zurück zum Bildungsbeirat, beteiligen wir die jungen Leute direkt an der Bildungsbeiratsarbeit, der Kreisjugendring allein reicht nicht aus. Sprechen Sie mit den Organisatoren des Bündnisses Bildungsstreik.

Danke für die Aufmerksamkeit"

 

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