
John C. Woods Gedenkveranstaltung
Am 14.10.2006 organisierte die SDAJ Nürnberg zusammen mit dem Deutsch Amerikanischen Freundschaftsclub eine symbolische Straßenumbenennung. Symbolisch wurde die Reutersbrunnenstr. unter dem Beifall von über 100 Antifaschisten in John – C. – Woods – Straße umbenannt. Woods vollstreckte die Todesurteile gegen die im Nürnberger Prozess verurteilten Nazitäter.
Hier die Gedenkrede:
John C. Woods: Mensch - Held – Vollstrecker von Gerechtigkeit
John C. Woods stand am Ende eines 12 Jährigen Kampfes gegen Nazideutschland und dem von ihm getragenen Regime. Er brachte einen Hauch von Gerechtigkeit zurück in die Stadt der Reichsparteitage, der Rassengesetze und der Stürmer-Presse.
John C. Woods – wenig ist bekannt über den Mann, der die Urteile der Nürnberger Kriegs- und Menschenrechtsverbrecher vollstreckte.
Mastersergeant John C. Woods kam wohl aus kleinen Verhältnisse, wurde 1903 in San Antonio, Texas geboren und diente in der Third Army der US Streitkräfte. Er starb 1950 unter unbekannten Umständen. Neben den Urteilen der Nürnberger Prozesse vollstreckte er auch die Exekutionen in den Dachauprozessen.
Es waren einfache Menschen wie John C. Woods, die letztlich Nazideutschland zu Fall brachten und die Mordfeldzüge von Wehrmacht und SS beendeten. Den europäischen WiderstandskämpferInnen, den PartisanInnen und den Soldaten der alliierten Armeen haben wir es zu Verdanken, dass Deutschland seinen wahnsinnigen Weltmachtsanspruch ein zweites Mal nicht durchsetzen konnte und am Ende wenigstens einige wenige Verbrecher aus Bevölkerung, Industrie, Militär und Politik zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Es waren einfach Menschen wie er, die uns alle vom Regime der NSDAP und ihrer Anhänger befreiten. Die Kapitulation Nazideutschlands wurde nicht von Staatsmännern oder Generälen erkämpft, sondern von aufrechten Freiheitskämpfern wie John C. Woods.
Was John C. Woods tat, war nicht der Stoff aus dem Kriegsmythen werden, keine Vorlage für eine Hollywood-Verfilmung. Aber es war eine Aufgabe, eine Aufgabe, die erledigt werden musste. Was er tat war nicht sympathisch oder wirkte wenig glorreich. Er hisste keine rote Friedensfahne über dem Reichstag oder trug die ausgezehrten Körper der KZ-Überlebenden in die Freiheit.
Nein, er leistete einen anderen Beitrag. Er vollstreckte die Todesurteile gegen einen Teil des Führungsclans der deutschen Massenmörder..
So sehr wie wir heute die Todesstrafe als überkommenes Relikt einer unzivilisierten Vergangenheit ablehnen, so verständlich muss uns dennoch sein, dass die einzige angemessene Antwort auf die unvorstellbaren Verbrechen der Nationalsozialisten, die Beendigung ihrer monströsen Existenzen war.
Dennoch ist niemand gerne ein Henker, niemand findet Gefallen daran, ein Leben auszulöschen. Dies ist wohl der markanteste Unterschied zwischen Menschen und Faschisten.
Trotzdem musste der Gerechtigkeit genüge getan werden. Jemand musste die Urteile der Kriegsverbecherprozesse exekutieren und es war John C. Woods, dem diese Aufgabe zu gesprochen wurde. Er verrichtete seine Arbeit und er verrichtete sie ohne die makabere Mordlust, mit welcher die Nationalsozialisten über ein Jahrzehnt Millionen von Menschen in den Tod trieben. John C. Woods tat es für die Gerechtigkeit, nicht für sein Ego.
Und so waren auch seine knappen Worten nach dem fast zweistündigen Vollzug der Urteile nicht geprägt von Arroganz oder Selbstbeweihräucherung. Es waren die Worte eines Menschen, der ein belastendes, aber notwendiges Stück Arbeit hinter sich hatte. Die Worte lauteten: „Jetzt brauche ich einen starken Drink.“
Wir, der Deutsch-Amerikanische Freundschaftsclub, wollen den Menschen John C. Woods zurück in die gemeinsame Gedächtnis bringen. Wir wollen an diesem Helden aus unseren Reihen dauerhaft erinnern und ihm die historische Ehre zuteil werden, die ein Mensch wie er verdient hat.
Aus diesem Grund fordern wir die Umbenennung der Reutersbrunnen Straße in John-C.-Woods Straße. In der Nähe des geschichtsträchtigen Ortes seines Wirkens soll an den Mann erinnert werden, der nicht davor zurück schreckte, sich für die Sache der Gerechtigkeit seine Finger an den Naziverbrechern schmutzig zu machen.
Als dauerhafte Mahnung für all jene, die glauben, mit Hass, Verrat und Eigennutz sei Politik zu machen, soll der Name John C. Woods zu einem dauerhaften Teil des Stadtbildes von Nürnberg werden.
Es soll eine Warnung an all die zurückgebliebenen Nazihorden sein und die Warnung lautet:
Ihr habt den Krieg verloren und ihr werdet den nächsten wieder verlieren gegen Männer wie John C. Woods!
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