Noch in 2007 hat sich am Sonntag den 30.12. ein antifaschistisches Bündnis in Wasserburg unter hoher Beteiligung von Jugendlichen aus Stadt und Umland gegründet. Ca. 60 Personen diskutierten auf Einladung der SDAJ über zahlreiche rassistisch motivierte Vorfälle, die sich in den letzten Jahren und vor allem den letzten Monaten ereignet hatten. Auch Personen, die in irgendeiner Weise als "Linke" identifiziert worden waren, wurden immer wieder angepöbelt oder auch körperlich angegriffen. Anlass für die Gründung war ein Angriff Rotter Dorfjugendlicher auf eine Party bei einem der SDAJ nahe stehenden Jugendlichen . Der Angriff war mit Hetze gegen Linke und Migrant/innen untermalt. Auf den Holocaust angesprochen, kam von den Nachwuchs-Faschos lediglich ein Gegrunze. Der Rotter Jugendtreff, der diesen als Rückzugsraum auch nach den Übergriffen gedient hatte, wurde nun von der Gemeindeverwaltung geschlossen. In den vergangenen Jahren sei in Rott auch ein rassistischer Hetzbrief im Stil eines Erpresserschreibens an einen Haushalt (vermeintlicher) Migrant/innen verteilt worden. Trotz der wiederholten Übergriffe auf Migrant/innen und "Linke" sei von Seiten des Staatsapparates davon gesprochen worden, dass es keine Rechte Szene oder Rechtsextremisten in der Region gäbe. Diese Aussage kann bestenfalls dahingehend bestätigt werden, dass es im Wasserburger - wie auch im Rosenheimer - Umland keine NPD oder Kameradschaft braucht, um den alltäglichen Faschismus zu organisieren. Weitere Themen auf der Gründungsveranstaltung waren der Kommunal- und Landtagswahlkampf rechter Parteien sowie die Verabschiedung eines Bündnisaufrufs. Dieser orientiert sich bis auf wenige Details an dem des Ebersberger Bündnisses BUNT STATT BRAUN. Erfreulich ist, dass so viele junge Menschen dieser alltäglichen Barbarei nicht länger tatenlos zusehen wollen. Ebenso positiv, dass diese aus verschiedensten subkulturellen Spektren stammen und organisierte Jugendliche in Form von SDAJ, Jusos und Grüner Jugend eine kleine Minderheit im Plenum bildeten. Es muss zwar davon ausgegangen werden, dass für Folgetreffen die Beteiligung zurückgehen wird. Doch es beweist die Mobilisierungsfähigkeit in der Region Wasserburg. Die Junge Union hatte im Übrigen im Vorfeld des Treffens die anderen parteilichen Jugendverbände zum Fernbleiben aufgefordert.

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